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Mit Dialog charakterisieren (Maurice Broaddus)

Mit Dialog charakterisieren (Maurice Broaddus)

Es hat lange gedauert – bald geht es schon auf in die nächste Runde – aber hier endlich die Zusammenfassung des letzten Workshops auf der Writing Excuses Cruise 2018! Maurice Broaddus zeigt in seinem Vortrag, worauf man bei Dialogen achten muss und wie man sie nutzen kann, um Figuren zu charakterisieren.

Wie man Dialoge schreibt

Wenn man gute Dialoge schreiben will, muss man drei Dinge beachten:

  1. Achte darauf, wie Menschen sich unterhalten
  2. Guter Dialog fühlt sich an, wie ein echtes Gespräch – spiegelt es jedoch nicht genau wieder
  3. Jede Figur sollte ihre eigene Stimme haben

Um ein Gefühl für Dialog zu bekommen, rät Maurice, dass man Gespräche aufzeichnen und transkribieren soll. Zwar will das niemand genau so lesen, aber das Bewusstsein für Eigenarten und wiederkehrende Schlagworte hilft dabei, Figuren einzigartige Stimmen zu geben. Es hilft ebenfalls, wenn man die Dialoge in Fernsehserien studiert.

Um eine Figur wirklich kennenzulernen, ist es wichtig zu wissen, wie sie in unterschiedlichen Situationen spricht – denn man redet mit den besten Freunden anders als mit seiner Mutter oder seinem Chef (Stichwort “code switching”).

Wichtig ist hier auch, sich dem Unterschied zwischen Konversation und Dialog bewusst zu machen:

Eine Konversation ist ein Austausch von Ideen, der nicht zielgerichtet ist. Ein Dialog sollte ein Zweck verfolgen. Er sollte dazu dienen, ein Problem zu lösen oder ein Ziel zu erreichen, in dem er die Geschichte vorantreibt, neue Informationen liefert (solange man dafür nicht die Holzhammermethode verwendet – man unterhält sich nicht über Dinge, die alle Anwesenden bereits wissen!) und/oder zur Charakterisierung der Figur beiträgt.

Wenn man einen Dialog schreibt, muss man sich bewusst machen, dass jede beteiligte Figur ihr eigenes Ziel verfolgt. Dialoge sollten listenreich sein. Es sollte mehr darum gehen, Dinge zu verbergen, als sie auszusprechen. Dadurch entsteht Spannung.

Der Dialog besteht dabei nicht nur aus dem Text – Subtext und Kontext verleihen ihm weitere Bedeutungen. Der Kontext bezieht sich auf das, was vor, während und nach dem Dialog passiert. Der Subtext beschreibt all das, was nicht gesagt wird, aber durch Gesten, Körpersprache und Wortwahl durchscheint. (Subtext ist etwas, was ich selbst sehr schwer zu fassen finde, weil es all die Dinge sind, die man aus einer Szene herauslesen kann und die durch eigene Erfahrungen da auch unterschiedlich interpretiert werden können).

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