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Humor schreiben – Teil 3: Der Feinschliff (Howard Tayler)

Humor schreiben – Teil 3: Der Feinschliff (Howard Tayler)

Heute geht es weiter mit der kurzen Reihe zum Thema “Humor”, die auf Howard Taylers Vortrag beim Writing Excuses Workshop & Retreat 2018 basiert.

Howard empfiehlt beim Schreiben von Witzen folgendes Vorgehen:

  • Schreib die Rohfassung des Witzes – er muss noch nicht gut oder lustig sein.
  • Lege die Form fest und überlege, ob er noch besser werden könnte, wenn du mehrere Formen kombinierst.
  • Was ist der Zweck des Witzes? (Dient er der Entwicklung des Plots oder der Figuren? Löst er für einen Moment die Spannung auf?)
  • Betrachte die verschiedenen Elemente der Form des Witzes und wende die verschiedenen Möglichkeiten des Feinschliffs an, die im folgenden vorgestellt werden.

Der Feinschliff

Das letzte Wort

Um die Pointe des Witzes besonders zu betonen, sollte sie möglichst weit am Ende stehen – an der Stelle, bei der es zu einer natürlichen Pause kommt, die den Lesern oder Zuhörern die Möglichkeit gibt, zu lachen.

Alles vor der Pointe dient dazu, sie vorzubereiten – alles danach gehört eigentlich nicht mehr zum Witz. 

The rule of three

(Das Wörterbuch übersetzt es als Dreisatz, was mich allerdings zu sehr an Mathe denken lässt *lach*)

Die Regel besagt, dass Ereignisse, Figuren, Wortspiele, Aufzählungen und ähnliches eine größere Wirkung entfalten, wenn es sich um Dreierkonstellationen handelt. Das gilt auch für Witze. Wenn es möglich ist, sollte ein Witz so umgeschrieben werden, dass er aus drei Teilen besteht, von dem einer die Pointe am Schluss ist.

Wiederholung

Bewusste Wiederholungen sind ein mächtiges Stilmittel, mit dem man aber auch nicht übertreiben sollte. Im Hinblick auf Witze ist die wohl geläufigste Wiederholung der “Running Gag”, der für eine Situation oder Figur typisch ist – auch hier muss man allerdings aufpassen, dass er sich nicht abnutzt.

Rhythmus

Sprache hat einen Rhythmus – nicht nur bei Liedern oder Gedichten. Das sollte man auch bei Witzen bedenken. 

Reach Further

Der erste Witz, der sich in einer Situation anbietet, ist der, an den auch die meisten anderen Gedacht hätten. Man sollte sich damit also nicht zufrieden geben, sondern einen Witz entwickeln, der über den ersten Witz hinausreicht.

Double Down

So wie man beim Glückspiel seinen Einsatz erhöht, sollte man auch bei einem Witz versuchen, noch einen draufzusetzen – zum Beispiel durch einen weiteren absurden Vergleich oder Übertreibung.

Surprising, Yet Inevitable

Ein Witz (oder eine Geschichte) ist besonders befriedigend, wenn das Ende überraschend ist, aber gleichzeitig unvermeidbar, weil es gar nicht anders hätte enden können. Howard nennt als Beispiel humoristische Lieder oder Gedichte. Da funktioniert es meist in Verbindung mit dem letzten Wort, wenn dadurch der Kontext noch einmal komplett verändert wird. Aber dadurch, dass das letzte Wort sich reimt, wird trotz aller Absurdität gezeigt, dass er unvermeidbar ist.

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