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Humor schreiben – Teil 1: Die Theorie (Howard Tayler)

Humor schreiben – Teil 1: Die Theorie (Howard Tayler)

Nach einer längeren Pause kehre ich zu meinen Tipps für Autoren zurück, die ab jetzt alle zwei Wochen dienstags auf meinem Blog erscheinen werden. Diesmal fasse ich einen Vortrag kurz zusammen, den Howard Tayler beim Writing Excuses Retreat 2018 gehalten hat.

Humor zu schreiben ist eine der größten Herausforderungen – für mich zumindest. Umso spannender fand ich daher Howards Vortrag und der kleine Werkzeugkasten, den er uns an die Hand gegeben hat.

Hinweis: Da es manchmal sehr schwierig war, die Begriffe prägnant zu übersetzen, habe ich ein paar auf Englisch beibehalten und knapp erklärt. Der Artikel wieder recht umfangreich geworden wäre, habe ich ihn in drei Teile unterteilt

  1. Die Theorie
  2. Die verschiedenen Formen
  3. Der Feinschliff

Die Theorie

Es gibt verschiedene Theorien, die Humor und seine Funktion im sozialen Kontext zu erklären versuchen. Howard hat eine davon vorgestellt.

Die “Benign Violation Theory”

Aufgestellt wurde die “Benign Violation Theory” (dt. etwa: “Theorie der harmlosen Grenzübertretung”) von A. Peter McGraw and Caleb Warren. Sie besagt, dass Humor dann entsteht, wenn das, was eine Gesellschaft als normal und gut ansieht, auf eine harmlose Weise verletzt wird.

Hier muss man allerdings vorsichtig sein, dass der Humor auch wirklich harmlos bleibt und nicht ins bösartige abrutscht. Und das kann eine Gratwanderung sein, da dass, was man selbst als harmlosen Humor empfindet, für andere verletzend sein kann. Die offensichtlichen Beispiele wären sexistische, rassistische, ableistische oder queerphobe Witze, die man, wenn man selbst nicht zu der Gruppe gehört, vielleicht nicht einmal als solche erkennt oder noch als “harmlos” einordnet. (Man denke an die Lidls “Loch ist Loch”-Werbung oder Truifruits “Quotenschwarzen” oder “Noch mehr Flaschen aus dem Ausland”-Slogan …)

In dem Zusammenhang nennt er als eine weitere Theorie den “Unterbrochenen Verteidigungsmechanismus”, der aus Larry Nivens “Ringwelt” stammt, wo Außerirdische darüber spekulieren, dass Menschen lachen, wenn ihr Instinkt, sich zu verteidigen, unterbrochen wird.

Wenn man Humor in einer Geschichte benutzen will, muss man zudem darauf achten, dass er zu der fiktionalen Kultur und Gesellschaft passt.

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