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Lyrik als Werkzeug beim Schreiben von Geschichten (Amal El-Mohtar)

Lyrik als Werkzeug beim Schreiben von Geschichten (Amal El-Mohtar)

Seit der Schulzeit haben Gedichte und ich ein eher zwiegespaltenes Verhältnis. Deswegen war ich sehr auf Amals Vortrag gespannt. Sie hat dann auch ein sehr leidenschaftliches Plädoyer für die Dichtkunst gehalten.

Zunächst hat sie sich mit den Unterschieden zwischen Prosa und Lyrik beschäftigt – oder dem, was wir als Unterschied wahrnehmen. Denn das Fazit war, dass wir die meisten Werkzeuge der Lyrik ebenso in der Prosa anwenden (können). Zum Beispiel Satzrhythmus, kurze, komprimiertere Sprache oder das bewusste Brechen von Grammatikregeln.

Der Unterschied liegt mehr in dem, was wir ausdrücken wollen – ähnlich wie Gesang spricht Dichtung einen anderen Teil unseres Gehirns an und ist emotionaler. Man denke nur an Musicals, wo heftige Gefühle einen zu singen anfangen lassen. Dadurch entsteht Intimität und Verletzlichkeit.

Dadurch, dass andere Regionen des Gehirns angesprochen werden, kann es auch helfen, Blockaden beim Schreiben zu überwinden. Ein Tipp von Amal war daher, an einer Stelle, an der man nicht weiterkommt, den Text nicht in Prosa, sondern als Gedicht fortzuführen. Dabei kann man dann eingefahrene Normen und Strukturen aufbrechen und wieder in den Schreibfluss zurückkehren.

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