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Wie man das Autoren-Business überlebt (DongWon Song)

Wie man das Autoren-Business überlebt (DongWon Song)

Hinweis: DongWon hat sich stark auf den traditionellen Verlagsweg in den USA bezogen (kein Wunder, wo er doch amerikanischer Agent ist ;-) ) – da das für mich nur bedingt relevant ist, habe ich mir nur die Dinge notiert, die auch auf Selfpublisher zutreffen. Das hier ist also eine abgespeckte Version seiner dreiteiligen Vortragsreihe und im Vergleich zu den anderen Artikeln etwas unstrukturierter, da ich mir nur die Rosinen herausgepickt habe. Aber das liegt alles an mir und nicht an DongWon ;-)

Kommunikation

Bei der Arbeit mit Agenten und Lektoren ist gute Kommunikation das Wichtigste. Man sollte regelmäßig mit ihnen in Kontakt stehen und Fragen stellen, wenn man bei etwas unsicher ist. Wie bei jeder Kommunikation gilt, dass man höflich und professionell sein sollte. Man sollte auch die Grenzen einer professionellen Beziehung nicht überschreiten.
Es ist die Aufgabe des Agenten, dem Verlag die Fragen zu stellen, die dem Autor zu unangenehm sind. Deswegen ist ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Agent und Autor sehr wichtig.

Der Karriereplan

Um langfristig erfolgreich zu sein, ist es wichtig, dass man nicht nur das eine Buch im Kopf hat, das man aktuell verkaufen will, sondern einen Plan hat, wie es danach weitergeht.
Man sollte seine Autorenmarke nicht nur auf einem Buch aufbauen. Jedes Buch ist eine Lotterie, deswegen sollte man sich nicht zu sehr auf ein einzelnes Buch fokussieren, sondern im Hinterkopf behalten, dass man mit dem nächsten Buch eine neue Chance hat.
Man sollte sowohl dafür vorbereitet sein, dass man den Jackpot gewinnt, als auch dafür, dass man alles verliert. Das wichtigste ist in jedem Fall, nicht stehen zu bleiben. Kurz: Die Antwort ist immer, mehr zu schreiben. Die fundamentale Frage ist nur: Für wen ist das nächste Buch, das man schreibt. Im Falle eines Erfolgs peilt man wieder die gleiche Zielgruppe an. Bei Misserfolg versucht man eine neue Zielgruppe anzusprechen.
Wenn man mehr als ein Buch im Jahr veröffentlicht, kann man auch mehrere Zielgruppen ansprechen und parallele Karrieren starten. Zentral ist dafür die Frage, wie schnell man schreiben kann und wie viel Zeit mit anderen Aufgaben ausgefüllt ist. Man sollte seine eigenen Limits da kennen. DongWon rät dazu, dass man Einzelbände schreiben sollte, wenn man länger als ein bis zwei Jahre pro Buch braucht. Wie schnell man hinter einander veröffentlichen muss, hängt auch sehr vom Genre ab. Romance ist dabei schnelllebiger, während auf dem Science-Fiction und Fantasy Markt auch zwei Jahre zwischen zwei Büchern vergehen können.
Um seine Projekte gut managen zu können, sollte man ein Gefühl dafür haben, wie man selbst schreibt. Dieses Gefühl bekommt man leider auch nur durch Routine, sodass man ein paar Büchern lang beobachten muss, was am besten für einen selbst funktioniert und wie lange man für jeden Arbeitsschritt braucht. Jeder Autor tickt da anders.

Du bist eine Marke

Autoren reagieren oft auf das Wort “Marke” allergisch – zu dem ganzen Thema werde ich auch noch eine eigene Blog-Reihe starten –, aber man kann diesem Thema nicht entgehen. Allein dadurch, dass du veröffentlichst und in der Öffentlichkeit auftrittst, bist du schon längst eine Marke. Man muss lernen, die eigene Marke und die Medienpräsenz zu kontrollieren. Die Markenbildung sollte dabei nicht künstlich sein, sondern Aspekte der Persönlichkeit präsentieren, die man extra zu diesem Zweck ausgesucht hat. Man sollte sich auf das fokussieren, natürlich anfühlt und einfach beibehalten werden kann. Konstruierte Marken können für einen Autor nur sehr schwierig aufrechterhalten werden.
Sobald man veröffentlicht ist man eine Figur des öffentlichen Lebens und die Leser haben ein Interesse daran, mit einem in Kontakt zu treten. Für seine öffentliche Persona sollte man Aspekte von sich auswählen die sich gut vermarkten lassen. Aber das wichtigste ist, dass man sich selbst treu bleibt.

Wie man online aufritt

Die Online-Präsenz ist ein wichtiger Aspekt der eigenen Marke. Es ist der einfachste kosteneffizienteste und einer der nützlichsten Wege, mit denen man eine Marken-Identität entwickeln kann. Auch hier ist wichtig: Tu das, was sich natürlich anfühlt. Beschäftige dich nicht zwanghaft damit, sondern finde Wege, wie du es in deinen Arbeitsfluss integrieren kannst.
Inhaltlich ist es wichtig, dass du positiv bleibst. Du kannst kritische Kommentare schreiben, aber alles in allem sollte der Ton eher positiv und optimistisch sein.

Und offline?

Es ist ebenso wichtig, abseits des Internets mit Lesern in Kontakt zu treten. Wie man dabei auftritt, gehört auch zu Markenbildung.
Es ist empfehlen, dass man sich immer so kleidet, dass man einfach wieder erkannt wird. Man denke hierbei nur an George R. R. Martin, dessen typischer Kleidungsstil inzwischen schon zu einem Cosplay wurde. So eine Uniform zu tragen, hilft auch bei der inneren Einstellung, diese Auftritte professionell zu sehen.
Besuche auf Buchmessen und Conventions sollten zum Ziel haben, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Dabei ist es essenziell wichtig, dass man den Leuten nicht mit Hintergedanken begegnet, sondern ernsthaft versucht Freundschaften zu schließen. Niemand umgibt sich gern mit Menschen, bei denen er das Gefühl hat, dass sie ihn nur ausnutzen wollen.


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