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Wie man vorliest (Mary Robinette Kowal)

Wie man vorliest (Mary Robinette Kowal)

Als ersten Mini-Workshop auf dem Schiff, gab Mary Robinette Kowal uns einige Tipps zu dem Thema, wie man am besten laut vorliest.

Drei häufige Fehler

Mary Robinette hat drei häufige Fehler genannt und wie man sie vermeiden kann

Lautstärke: Man tendiert dazu, mit der Person zu reden, die am nächsten von einem sitzt, und ist daher viel zu leise. Wenn man dagegen zu der Person spricht, die am weitesten entfernt ist, redet man meistens automatisch laut genug. Man merkt, dass man laut genug spricht, wenn man ein leichtes Echo hört.

Wenn man in ein Mikrophon spricht, muss man darauf achten, dass man es auch wirklich auf den Mund richtet, während man spricht.

Geschwindigkeit: Durch das Adrenalin im Blut und dadurch, dass man selbst den Text gut kennt, spricht man meistens zu schnell. Da die Zuhörer die Geschichte nicht kennen, muss man langsamer sprechen. Mary Robinette hat dazu geraten, dass man sich darauf trainiert, ca. 150 Worte pro Minute vorzulesen – man wird für sich selbst sehr langsam klingen, aber der Leser wird gut folgen können.

Leiern: Man sollte darauf achten, einen Text nicht monoton herunterzubeten. Die Stimme sollte je nach Betonung herauf und herunter gehen. Man sollte die Geschichte im Blick halten und betonen, was wichtig ist.

Die richtige Wahl

Wenn man einen Text für eine Lesung wählt, sollte man eine Geschichte auswählen, die zur eigenen Stimme passt. Wenn die Hauptfigur ein anderes Geschlecht hat, als man selbst, sollte man das vorher erwähnen.

In dem gewählten Abschnitt sollten möglichst wenige Figuren auftreten, die auch möglichst unterschiedlich sind, damit Leser gut folgen können. Die Szene sollte für sich genommen unterhaltsam sein. Am besten sucht man sich eine Stelle aus, die ein gutes Ende wäre (etwas mit einem Kniff oder auch ein guter Cliffhanger) und geht von dort aus zurück.

Was man zum Verständnis wissen muss, kann man als kleine Zusammenfassung vorausschicken (Im Stil von: “Um die Geschichte zu verstehen, müssen Sie folgendes wissen: …”). Die sollte man ebenfalls vorgeschrieben haben, damit man weiß, wie viel Zeit man dafür braucht und sich auch nicht verhaspelt.

Intonierung

Figuren sollte man am besten mit unterschiedlichen, zu ihnen passenden Stimmen lesen.

Ein Text klingt gelungener, wenn man an den richtigen Stellen kurze Pausen macht. Mary Robinettes Faustregel sieht dabei wie folgt aus:

  • Komma – bis eins zählen
  • Punkt – bis zwei zählen
  • Absatz – bis drei zählen

Man kann ebenfalls mit Betonungen arbeiten, damit der Text lebendiger klingt – nicht jedes Wort ist für die Geschichte gleich wichtig und in jeder Zeile gibt es etwas, was heraussticht und dem man ein bisschen mehr Bedeutung geben kann.

 

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