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The Boys in the Band

The Boys in the Band

Recherche war nicht der einzige Grund, warum ich in New York war. Dieses Jahr rüber zu fliegen, war schon länger geplant, für den genauen Zeitraum habe ich mich dann entschieden, als „The Boys in the Band“ am Broadway angekündigt wurde – untere anderem mit Jim Parsons, Zachary Quinto und Matt Bomer – und es mir mehr und mehr in den Fingern juckte, mir das anzusehen. (Ja, hauptsächlich aus ganz trivialen Fangirl Gründen ;P)

 

Die Handlung dreht sich um eine Gruppe schwuler Männer in den späten 60er Jahren, die zu einer Geburtstagsfeier zusammenkommen. Während der Abend voranschreitet kippt nach und nach die gute Laune, der selbstironische Humor wird immer beißender  und zum Ende ist nicht klar, ob alle Freundschaften diese Nacht überlebt haben.
 
 „The Boys in the Band“ ist ein grandios gespieltes Theaterstück, das teils zum brüllen komisch ist, an anderen Stellen die Tragik zeigt, die das Lebens als homosexueller Mann in den 1960ern mit sich brachte.
Es war das erste Theaterstück (und darauf folgend der erste Film), der homosexuelle Figuren und ihr Leben in den Mittelpunkt gestellt und sie als dreidimensionale Figuren gezeichnet hat. Dadurch war es für seine Zeit, in der schwule Figuren höchstens tragisch sterben durften, durchaus revolutionär. Rückblickend wirkt natürlich einiges klischeehaft und einige der Anspielungen sind veraltet. Aber das Stück hat sich unerwartet gut gehalten in Anbetracht, dass es noch vor dem Stonewall-Aufstand und der Lesben- und Schwulenbewegung in den USA entstanden ist.
Auch wenn sich vieles in den letzten Jahrzehnten verändert hat, ist das Coming Out für viele noch immer ein Kampf, Femme-shaming ist ein Problem in der Community und Jugendwahn bzw eine Fixierung auf das Aussehen immer noch ein Thema. Leider sind Themen wie Rassismus und Antisemitismus, die kurz gestreift werden, ebenfalls noch aktuell. (Vom Timing her ist es da übrigens überaus ironische, dass die Stimme der Vernunft da Donald heißt xD). Aber besonders, wenn man es in den Kontext späterer Darstellungen in den Mainstream-Medien stellt, schneidet es gar nicht so schlecht ab, denn immerhin ist das eine Pärchen, das vorkommt, am Ende glücklich, was man wahrlich nicht von jeder Filmproduktion der letzten Jahre behaupten kann.

 

2 Antworten

  1. Romy Wolf sagt:

    Ich bin ja schon arg neidisch, dass du das Stück sehen konntest…

    • Dahlia sagt:

      Hach, ja, ich bin auch immer noch total geflasht, dass ich das tatsächlich gesehen habe *_* (Ich habe immer noch Fotos von Zach und Matt als Hintergrund auf meinem Handy x‘D *schmacht*)

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