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Autorenalltag Tag 69 (03.05.2018)

Autorenalltag Tag 69 (03.05.2018)

10:02 – Heute morgen habe ich nicht geschrieben, ich habe mich auch nicht um meine Social Media Sachen gekümmert. Warum? Gestern Abend nach dem Stammtisch hatte ich – und das lässt sich nicht beschönigen – einen Nervenzusammenbruch. Ein paar Sätze, die auf dem Stammtisch gefallen waren und die mit Sicherheit nicht böse gemeint waren, aber so bei mir ankamen, waren die letzten Tropfen, die das Fass zum Überlaufen gebracht haben.

Zuhause habe ich Stundenlang geweint, bis ich irgendwann darüber eingeschlafen bin.

Ich habe erst überlegt, ob ich das hier schreiben sollte oder nicht, aber Depressionen sind ein Thema, dass im Leben vieler Autoren, die ich kenne, eine kleine oder große Rolle spielt und immer noch etwas, was oft totgeschwiegen wird. Schließlich ist ewiges Jammern, wie schlecht es einem geht, kein gutes Marketing. (Ein Glück also, dass es mir in dem Blog hier nicht darum geht, meine Autorenmarken aufzubauen ;) )

Aber irgendwann funktioniert es einfach nicht mehr, eine Fassade aufrechtzuerhalten. Irgendwann zerbricht man daran, zu kämpfen und trotzdem zu versuchen, sich nach außen nichts anmerken zu lassen. Und dieser Punkt ist bei mir jetzt erreicht und daraus muss ich Konsequenzen ziehen, damit ich meine psychische Gesundheit nicht vollends ruiniere.

Für diesen Blog bedeutet es, dass ich nicht mehr täglich bloggen werde – ich muss Verpflichtungen abbauen und mir unnötigen Druck herausnehmen. Ohnehin gibt es dadurch, dass ich in Vollzeit arbeite, nicht mehr so vieles zu berichten. An einem durchschnittlichen Wochentag stehe ich morgens um 4:30 auf, meditiere, frühstücke, dusche, ziehe mich an und sitze gegen 6:00 an meinem Laptop, versuche, noch vor der Arbeit mein Tagessoll von 1500 Wörtern zu schreiben und anschließend meine Social Media Kanäle mit Inhalten zu bestücken. Euch das jeden Tag zu erzählen, wird ja auch was langweilig.

Ich schwanke noch, was genau es für meine Social Media Kanäle bedeuten wird – ich habe Buffer jetzt für ein Jahr bezahlt, davon habe ich gerade einmal knappe zwei Monate genutzt. Das Geld will ich nicht aus dem Fenster herausgeschmissen haben. Andererseits glaube ich, dass mir etwas Abstand da gut tun würde – es kostet ja doch Zeit, jeden Morgen den Buffer auch zu befüllen. Mein Recherche-Urlaub in New York in zwei Wochen Wochen will ich für einen Digital Detox nutzen und in der Zeit nur ins Internet gehen, um Dinge für den Aufenthalt zu recherchieren.

Andere Verpflichtungen habe ich jetzt schon weitestgehend abgebaut. Der Autorenstammtisch wandert ab nächsten Monat in andere Hände; meine Schreibtage bringen keinen großen organisatorischen Aufwand mit sich. Der Gay-Romance-Stammtisch und das Regionaltreffen des Selfpublisher Verbandes finden nur alle zwei bis drei Monate statt, sodass sich der Aufwand dort auch in Grenzen hält. Bei einigen Schreibprojekten habe ich meine Beteiligung zurückgezogen, weil ich einfach nicht einschätzen kann, ob ich das dieses Jahr noch gebacken kriege. Ich habe mir auch mehr freie Tage eingeplant.

Die leidige DSGVO ist das einzige To-Do für diesen Monat, was ich zwingend noch erledigen muss – alles andere kann erstmal warten. Wie es mit Projekt #2 weitergeht, muss ich noch schauen. Als Erscheinungstermin hatte ich den 21. Juni eingeplant, weil da Sommersonnenwende ist und das inhaltlich passt. Gerade kann ich allerdings überhaupt nicht einschätzen, ob ich es psychisch packen werde, die Rohfassung wie geplant vor meinem Urlaub abzuschließen, damit ich danach mit der Überarbeitung anfangen kann. Und nach meinem Urlaub ist es ja fast schon Juni. Es würde also ohnehin alles sehr knapp. Vermutlich verschiebe ich es dann doch auf Juli, auch wenn ich dann das hübsche passende Datum nicht mitnehmen kann und zwei Monat lang keine Veröffentlichung habe. Aber zumindest bin ich mit Vollzeit-Brotjob nicht so sehr auf die Einnahmen durch das Schreiben angewiesen, sodass ich auch zwei Monate verkraften kann, in denen es nicht mehr als ein kleines Zubrot ist. Das ist auch ein Punkt, an den ich mich immer wieder erinnern muss: Ich werde meine Rechnungen alle bezahlen können, auch wenn ich nicht mehr so viel schreibe wie vorher. Und es ist kein Weltuntergang, wenn ich dieses Jahr mit meinen Büchern weniger verdiene, als im letzten Jahr.

Vielleicht würde es mir auch einfach gut tun, Schreiben in den nächsten Monaten, bis ich mich eingewöhnt habe, wieder als Hobby zu betrachten und nicht mehr als Beruf. Das würde mir vielleicht viel von dem Druck nehmen, der sich in den letzten Tagen bei mir aufgebaut hat. Nur weiß ich nicht, ob es so einfach sein wird, diesen mentalen Switch zu machen, nachdem ich jetzt die vergangenen vier Jahre darauf hingearbeitet habe, mir im Bezug aufs Schreiben eine gute Arbeitsmoral aufzubauen und gerade die Einstellung zu entwickeln, es als vollwertigen Beruf zu sehen, damit ich mir mit gutem Gewissen Zeit dafür nehmen konnte, statt einer anderen nebenberuflichen Beschäftigung nachzugehen.

19:22 – Nach der Arbeit geht es mir wieder etwas besser, aber ich merke die Erschöpfung, die der Zusammenbruch gestern mit sich gebracht hat. Deswegen erlaube ich mir, den restlichen Abend und auch morgen frei zu nehmen.

Der nächste Eintrag folgt am Sonntag – meinen Rhythmus will ich jetzt auf Kalenderwochen umstellen, da das am übersichtlichsten ist. Sonntag folgt dann KW18 im Rückblick und ein Ausblick auf KW19 :)

 

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