[Bloggeflüster] Gedanken zur politisch korrekten Sprache

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Wenn es um politisch korrekte Sprache geht, kochen schnell die Gemüter hoch, besonders in den sozialen Netzwerke, aber auch gerne auf Familienfeiern.

Spricht man es an und versucht zu erklären, warum man bestimmte Begriffe nicht mehr oder nicht in einem bestimmten Kontext benutzen sollte, eskaliert es gerne schnell.

 

Das Gegenüber fühlt sich in seinem Sprachgebrauch eingeschränkt („Früher hat das auch keinen gestört!“) und mit impliziten Rassismus/Sexismus/Ableismus/Was-auch-immer-ismus-Vorwürfen konfrontiert, die er natürlich nicht auf sich sitzen lassen will. Sehr gerne folgt dann der Spruch: „Was schwingst du dich so auf? DU bist doch nicht betroffen, also kannst du gar nicht wissen, ob es beleidigend ist“ – in verschiedensten, mehr oder weniger höflichen Varianten.

Das wird gerne als Totschlagargument genutzt. Aber im Umkehrschluss hinzugehen und zu sagen: „Ich bin zwar auch nicht betroffen, aber ich beschließe einfach, dass das definitiv nicht beleidigend ist!“, das kann doch auch nicht richtig sein, oder? Was ist denn falsch daran, wenn wir auf Nummer sicher gehen und auf potentiell beleidigende Worte verzichten, um niemanden unbedarft zu verletzen?

Hat unsere Sprache nicht genug Vielfalt, dass wir auch ohne diese paar Wörtchen auskommen können?

 

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