[30 Fragen] 9. Ideen für Figuren

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Die 30 Fragen für Autoren sind mir auf dem Autorenblog von Bianca Stark begegnet, die sie wiederum von Nina C. Hasse übernommen hat. Nach und nach werde ich hier die einzelnen Fragen beantworten 🙂

9. Wie kommst du an die Ideen für deine Figuren? Beschreibe den Erschaffungsprozess!

Die Ideen für Figuren kommen mir auf ganz unterschiedliche Weise.

Manchmal sind sie die Reaktionen auf Figuren oder Plots anderer Autoren, bei denen ich mir denke „Eine Figur ähnlich wie X würde ich auch gerne einmal schreiben!“ oder „Mir gefällt gar nicht, wie Y hier reagiert – wäre sie meine Figur, dann …“ oder „Wenn ich Plot Z schreiben würde, dann bräuchte ich eine Figur wie …“

Manchmal habe ich die Idee für einen Plot, aber eine passende Hauptfigur fehlt mir noch. Dann überlege ich mir, welcher Archetyp bei dem gegebenen Plot die meisten Schwierigkeiten hätte und baue meine Figur davon ausgehend auf. Bei Nebenfiguren läuft das ähnlich – da schaue ich nach, welche Rollen im Plot noch besetzt werden müssen oder wen meine Hauptcharaktere vielleicht auch schon mitgebracht haben.

Manchmal begegnen mir Figuren auch quasi auf der Straße – Leute, die mir durch irgendetwas auffallen und so meinen kreativen Motor anwerfen.

Von diesen Anfangsgedanken aus wächst die Figur dann nach und nach heran.
Sollte ich mir noch keinen Archetyp überlegt haben, mache ich das in der Regel jetzt. Ich arbeite sehr gerne mit Archetypen, da sie mir direkt ein paar Persönlichkeitszüge vorgeben, sozusagen das Grundgerüst einer Figur, welches stabil genug ist, nicht sofort in sich zusammenzufallen. Aber gleichzeitig lassen sie mir noch einen großen Freiraum, die Figur mit Leben zu füllen. Ich war da erst skeptisch, es könnte mich zu sehr einengen, aber im Gegenteil habe ich auf die weise lebendigere Charaktere geschaffen als zuvor, wo ich mir über Archetypen keine Gedanken gemacht habe.
Als nächstes mache ich mir Gedanken, was diese Figur in der konkreten Geschichte haben will – was ihre Träume, Wünsche, Ängste usw. sind. Wie ihre Hintergrundgeschichte aussieht, soweit wie sie für die Geschichte relevant ist – oder für mich, um den Charakter besser zu verstehen.
Irgendwann währenddessen finde ich auch einen passenden Namen für die Figur und meist auch einen Schauspieler/eine Schauspielerin, der/die in die Rolle der Figur schlüpfen könnte. Ich mag es, ein Bild meiner Figur vor Augen zu haben.

Wenn ich dann das Gefühl habe, meine Figur gut genug zu kennen – und das kann auch schon mal ein paar Wochen oder Monate dauern – darf sie sich in ihre Geschichte stürzen.

P.S.: Meine liebsten Bücher, auf die ich bei der Charakterentwicklung zurückkomme, sind „A Writer’s Guide to Characterization: Archetypes, Heroic Journeys, and Other Elements of Dynamic Character Development“ und „45 Master Characters, Revised Edition: Mythic Models For Creating Original Characters„, beide von Victoria Lynn Schmidt. Wenn ich mich daran setze, eine neue Geschichte zu entwerfen, schaue ich immer wieder dort hinein und lasse mich inspirieren.

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