Schreiballtag: Planung und Zeitmanagement

Veröffentlicht von

Planung und ZeitmanagementDie Zeit ist immer knapp – um so wichtiger ist es daher, sie optimal einzusetzen. Mit Zweitstudium, Job und Schreiben habe ich immer einiges um die Ohren, was alles unter einen Hut gebracht werden will. Deswegen habe ich mich mit Planung und Zeitmanagement auseinander gesetzt und will meine Erkenntnisse hier mit euch teilen.

Vom Großen zum Kleinen

Ich plane immer sehr exzessiv, was ich wann schreiben will. Zu Beginn des Jahres lege ich fest, welche Projekte in diesem Jahr anstehen. Dabei ist es besonders wichtig, realistisch einzuschätzen, wie viel Zeit man wirklich für ein Projekt braucht, damit man sich weder übernimmt noch zu viel Zeit einplant (und im Endeffekt Zeit verplempert).

Leider hab ich da auch noch keine Methode gefunden, im Voraus abzuschätzen, wie viel Zeit ich zum Plotten und Überarbeiten brauche. Ich weiß, wie viel ich ungefähr in einer Stunde schreibe, wenn ich Plot habe – und wie wenig, wenn mir gerade der Plot ausgeht. Daraus hab ich mir einen Schnitt errechnet, damit ich zumindest beim Schreiben ungefähr abschätzen kann, wie lange ich brauchen werde. Sofern denn meine Abschätzung über die Länge korrekt war …

Nachdem ich einen Jahresplan angelegt habe, überlege ich mir, was davon ich in welchem Monat machen will. Dabei versuche ich eine gute Balance zwischen Plotten, Schreiben und Überarbeiten zu haben, damit ich nach Stimmung wechseln kann. (Einzige Ausnahme ist der November – der NaNoWriMo ist natürlich gänzlich fürs Schreiben reserviert.)

Einen wirklichen Tagesplan stelle ich mir nicht auf. Ich lege nur fest, wie viele Stunden ungefähr ich an dem Tag fürs Schreiben aufbringen werde – und ziehe am Ende des Tages Bilanz, ob ich auch mein Soll erfüllt hab. (Um meine Zeit aufzuzeichnen nutze ich eine kleine App namens TimeEdition, mit der man sehr übersichtlich die Zeiten, die man in ein Projekt investiert, festhalten kann. Ich hoffe, dass ich dann in einem Jahr rückblickend aufgrund der gesammelten Daten auch besser abschätzen kann, wie viel Zeit ich für welche Aufgabe benötige.)

Versteckte Zeit finden

Sobald feststeht, was getan werden soll, heißt es, die notwendige Zeit aufzutreiben. Dabei hilft zu aller erst ein Zeittagebuch, bei dem man über eine Woche hinweg festhält, womit man denn bisher seine Zeit verbracht hat. Mir ist dabei vor allem aufgefallen, dass ich – Überraschung! – sehr viel Zeit zwischendurch im Internet vergammle (Das Ergebnis wurde vermutlich durch die Tatsache verfälscht, dass der Großteil meiner Lieblingsserien zu der Zeit pausierten *hust*). Um das Problem zu lösen, habe ich in meinem Tagesplan feste Zeiten fürs Surfen eingeplant. Im Hintergrund läuft dann ein Timer mit und erinnert mich daran, dass ich mich auch an meine Zeitvorgaben halte.

Nachdem ich meinen Ist-Zustand kannte, hab ich mir angesehen, wie viel Zeit ich denn haben müsste – auf Grundlage der Projekte, die ich vorher festgelegt hatte. Und dann hieß es, alles das zu streichen oder zu reduzieren, was für mich weniger wichtig als Schreiben war. Ich stellte einen strengen Zeitplan auf, wo erst mal außer Pflicht-Dingen (Arbeit, Schlafen, Essen, Haushalt, Sport) alles freigelassen wurde. Und als ich dann feststellte, dass es vollkommen illusorisch war, meinen Soll-Zustand zu erreichen, ohne dafür gänzlich auf Freizeitaktivitäten und viel meines Schlafes zu verzichten, hieß es dann, dass Soll auf ein realistisches Maß zu kürzen. (Konkret hatte ich zwei Projekte vorerst aufs nächste Jahr verschoben. Vorerst, da ich noch nicht wirklich wusste, ob meine zeitlichen Abschätzungen realistisch waren. Und dann schließlich feststellte, dass ich um einiges schneller plotte als gedacht und ich sie dann doch noch im Plot-Monat August unterbringen konnte.)

Bisher läuft es mit diesem Plan ziemlich gut. Ich habe hin und wieder einige Tage, an denen es nicht klappt – was aber meist an äußeren Umständen liegt, auf die ich selbst keinen Einfluss habe. Meiner Selbstdisziplin hat ein strenger Zeitplan in jedem Fall sehr gut getan.

Leseempfehlungen

Sehr empfehlen kann ich das kurze E-Book Zeit zum Schreiben von Richard Norden, aus dem ich sehr viele Ideen geschöpft habe. Ebenso wie seinen Produktivplan, der als Vorlage meines Monatsplans dient.

Ein Kommentar

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.